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Hans Winterberg (1901-1991) hinterließ ein reiches kammermusikalisches Oeuvre, das erst seit wenigen Jahren durch Erstausgaben und CD-Produktionen erschlossen wird. Neben einem Streichtrio, vier Streichquartetten und zwei Bläserquintetten für die Standardbesetzung Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott fanden sich in seinem Nachlass Werke in den unterschiedlichsten und zum Teil ungewöhnlichsten Kombinationen von Bläsern, Streichern und Tasteninstrumenten. Die Suite für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Cembalo von 1959 entstand vermutlich – wie viele andere seiner Werke der 1950er und 1960er Jahre – im Auftrag des Bayerischen Rundfunks, allerdings fanden sich keine Spuren zu Aufführungen oder Sendungen zu Lebzeiten des Komponisten. Wie immer bei Winterberg überrascht der unkonventionelle, humorvolle und bisweilen surreal anmutende Umgang mit dem Material, der die Suite wie ein Echo der tschechischen Moderne der Zwischenkriegszeit erscheinen lässt, die Winterberg, der bis zu seiner Emigration nach München 1947 in Prag lebte, nachhaltig prägte. Die Tonsprache ist gemäßigt modern: Polytonalität, Modalität, Quint- und Quartschichten dominieren. Bestimmend für den Charakter der drei Sätze ist das Spannungsverhältnis zwischen der eleganten Aura des Cembalos und der Rustikalität des Bläsersatzes, zwischen post-Janáčekschem Folklorismus und neoklassizistischem Esprit à la Strawinsky.Schwierigkeitsgrad: 4-5
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