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Iracema ist ein lyrischer Prosaroman von außergewöhnlicher sprachlicher Schönheit und symbolischer Tiefe. In poetischer Verdichtung erzählt José de Alencar die Geschichte der indigenen Jungfrau Iracema und ihrer Liebe zu Martim, einem portugiesischen Krieger. Die Handlung entfaltet sich in einer Landschaft von mythischer Kraft, in der Natur, Mensch und Sprache eine untrennbare Einheit bilden. Der Text ist weniger Erzählung im herkömmlichen Sinn als ein Gesang über Ursprung, Verlust und Geburt einer neuen Welt.
Im Zentrum des Romans steht die Begegnung zweier Kulturen, verkörpert durch die leidenschaftliche und zugleich tragische Liebe zwischen Iracema und Martim. Aus dieser Verbindung geht Moacyr hervor, das Kind des Schmerzes, Sinnbild für die Entstehung des brasilianischen Volkes. Alencar verbindet intime Gefühle mit kollektiver Geschichte und erhebt das persönliche Schicksal seiner Figuren zu einem nationalen Mythos.
Formal zeichnet sich Iracema durch eine stark rhythmische, bildreiche Sprache aus, die sich bewusst an der Denk- und Bildwelt der indigenen Kulturen orientiert. Der Autor formt das Portugiesische so, dass es die Einfachheit, Metaphorik und Naturverbundenheit der indigenen Rede widerspiegelt. Das Werk gilt als Höhepunkt des indianistischen Romans und als einer der poetischsten Texte der brasilianischen Literatur.
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