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Zumindest ich kann mich dunkel erinnern, als die Wäsche noch in einem großen Kessel, der zudem vorher mit Holz angeheizt werden musste, gewaschen wurde. Übrigens auch die damals üblichen Stoffwindeln. Es konnte in diesem Kesseldurcheinander passieren, dass das Sonntagshemd neben der Stoffwindel brodelte, spätestens bei diesem Anblick wurde mir bewusst: die Natur ist nichts anderes als ein riesiger Kreislauf, der sich als echtes Perpetuum ständig dreht.
Solche großen Kessel wurden auch zu Gulaschkanonen; spätestens jetzt, wo Waschkessel von Waschmaschinen und Kochkessel von Hightech-Kochtöpfen abgelöst sind, wird deutlich, das Wort Kessel ist heutzutage ein gefährliches: Wir hören von Kesselschlachten, Einkesseln, Krieg eben, der zumindest das Wort Kessel wieder modern gemacht hat.
Vermutlich wird in anderen Teilen dieser großen Perpetuumkugel Erde wieder in großen Kesseln - wegen des biologischen Kreislaufs möglicherweise in denselben - abwechselnd Wäsche oder Essen gekocht, alles eben ein großer Topf, ein EinTopf. Und wenn dieser eine große Topf nicht mit allen möglichen Gemüseresten, sondern Buchstaben und Worten bekocht wird, werden aus ihm die EinTopfGedichte.
Wie entstand nun dieser Eintopf? Ist es sinnvoll, für einen Eintopf eine Anleitung, ein Rezept zu verfassen? Sicherlich nur bedingt. Und wenn der Eintopf mal besonders gut gerät, haben wir meistens Art, Menge und Reihenfolge der Zutaten vergessen und es ist wieder nichts mit einem - ohnehin nur eingeschränkt sinnvollen - Rezept für den Eintopf. Trotzdem hier ein kleiner Versuch eines Rezeptes, das Nachkochen wird dringend (ab???)geraten.
1. Im Laufe der Jahre entstanden in meiner Schublade viele Gedichtmanuskripte.
2. Manche schlagen die Bibel oder andere Bücher zufällig auf und hoffen auf diese Weise auf eine Stelle zu treffen, die - ob der zufälligen Fügung - eine Inspiration für sie verbirgt.
1. + 2. = So ist diese Reihe entstanden. Ich habe die vielen Manuskriptseiten zufällig aufgeschlagen und dann einfach hintereinandergeschrieben, was ich fand: Gedichte, unterbrochen von kurzen Aphorismen. Das kann dazu führen, dass ein Weihnachtsgedicht neben einem Sommergedicht auf- bzw. untertaucht, eben wie im Kreislauf der Natur üblich oder wie in einem großen Kessel - einem Kessel mit Eintopf, wenn es heißt: tüchtig rühren, Kelle rein, sich überraschen (pardon inspirieren) lassen, was auf den Teller kommt.
Ein kleines Einleitungs-Nachwort. Gdicht = GDichT = GeDichTe = Ge(h)DichTe(e) = GehDichTee usw., also Gedichte, die sich ans Dich oder ans Ich (Dich?) wenden und sowohl beim Gehen als auch im Sitzen zum Tee gelesen werden können.
Und ein netter Unfall (pardon gedichteter Zufall) wäre es, wenn zwei Personen (das Dich und Ich?) diese Gedichte beim Gehen lesen und deshalb versehentlich zusammenstoßen. Oder fortan den Tee immer gemeinsam trinken. Dann hätten diese Gedichte wenigstens etwas erreicht, zwei sich unbekannte Menschen (wenn auch beim beschriebenen ersten Weg auf ungewöhnliche Weise) zusammenzubringen, durch die Geh-GedichtTee.