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In einer Silvesternacht stirbt ein junger Mann in einem alpinen Dorf. Es gibt keinen Täter. Keine Anklage. Keine klare Schuld. Was bleibt, sind die Tage danach. Ein Gemeindepräsident spricht von Eigenverantwortung. Die Verwaltung erklärt ihre Entscheidungen. Ein Journalist ordnet ein. Ein Untersuchungsausschuss hört zu.
Alles ist korrekt.
Alles ist sachlich.
Alles ist erklärbar.
Und genau deshalb bleibt etwas offen.
Eigenverantwortung erzählt nicht vom Unglück selbst, sondern von dem, was danach geschieht. Der Roman zeigt, wie Sprache benutzt wird, um Entscheidungen harmlos erscheinen zu lassen - wie Verantwortung so lange verteilt wird, bis niemand mehr sagen muss: Ich habe entschieden. Es ist eine realistische Geschichte über ein System, das funktioniert. Und gerade deshalb scheitert. Dieses Buch fordert keine Wut. Es fordert Aufmerksamkeit. Denn die entscheidenden Sätze stehen nicht dort, wo man sie erwartet. „Verantwortung verschwindet nicht. Sie wird nur verwaltet."
Dieses Buch ist eine literarische Fiktion. Alle Figuren, Orte und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Ereignissen sind nicht beabsichtigt. Der Text beschuldigt keine realen Personen oder Organisationen. Er beschreibt Muster in Sprache, Entscheidungsprozessen und Verantwortungsverschiebung, wie sie in komplexen Systemen auftreten können. Der Roman fordert keine Identifikation. Er hält fest.
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