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Was verbirgt sich hinter drei Rillen in einem uralten Stein am Ufer des Urnersees? Gerhard Thalmanns Erzählband "Die Botschaft vom Urnersee - Sieben Geschichten über das, was wirklich begann" nimmt seine Leser mit auf eine außergewöhnliche Reise zwischen Wissenschaft, Geheimnis und menschlicher Neugier.Im Mittelpunkt des Bandes stehen sieben eigenständige, kunstvoll miteinander verwobene Geschichten, die allesamt an einem faszinierenden Ort angesiedelt sind: dem Urnersee in der Zentralschweiz, einem Gewässer, das seit Jahrtausenden Zeuge menschlicher Geschichte ist. Thalmann verknüpft archäologische Präzision mit atmosphärischer Erzählkunst und schafft damit eine Welt, in der das Vergangene und das Gegenwärtige auf unerwartete Weise aufeinanderprallen.Die erste Geschichte, "Die dritte Rille", führt direkt in die Welt der Feldarchäologin Nora, die bei routinemäßigen Dokumentationsarbeiten auf eine Gravur stößt, die alle wissenschaftlichen Kategorien sprengt. Thalmann schildert mit beeindruckender Genauigkeit das Handwerk der Archäologie - Protokollpflichten, Feldregeln, bürokratische Hürden - und bettet darin ein Rätsel ein, das weit über das Fachliche hinausweist. Die Spannung zwischen institutioneller Trägheit und dem inneren Drang nach Wahrheit treibt die Protagonistin und den Leser gleichermaßen voran.Was diesen Band besonders auszeichnet, ist Thalmanns Sprache: nüchtern, präzise und doch von einer stillen Eindringlichkeit, die sich langsam und unaufhaltsam in den Leser hineinarbeitet. Jeder Satz sitzt. Jedes Detail hat Gewicht. Die Ruhe der Szenerie - das graue Oktoberlicht, der reglose See, das nasse Gras - steht in bewusstem Kontrast zur inneren Aufgewühltheit der Figuren."Die Botschaft vom Urnersee" ist ein Buch für alle, die Geschichten lieben, die nicht laut schreien, sondern leise unter die Haut gehen - und die das Staunen über die Welt noch nicht verlernt haben.