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Was geschieht, wenn ein Glaube stirbt - nicht mit Donner und Feuer, sondern im stillen Verloschen eines letzten Opferfeuers? Hiroshi Nakamura nimmt uns in seinem bewegenden Roman "e;Wenn Gotter schweigen"e; mit an einen Wendepunkt der Geschichte, der so alt ist und doch so erschreckend vertraut wirkt. Im Mittelpunkt steht Euphronios, ein greiser Priester des Apollon-Heiligtums im antiken Korinth. Funfzig Jahre lang hat er denselben Dienst versehen, dieselben Formeln gesprochen, dieselben Opfer dargebracht mit einer Hingabe, die keine Fragen zulie . Doch als das Dekret des Kaisers Theodosius das Ende der alten Kulte besiegelt und der letzte Opfertag anbricht, beginnen nicht nur seine Hande zu zittern. Es ist die innere Gewissheit, die ihn verlasst: die stille Empfindung, gehort zu werden. Nakamura erzahlt diese Geschichte mit au ergewohnlicher sprachlicher Dichte und psychologischer Tiefe. Er zeigt uns einen Mann, dessen Identitat vollstandig im Ritual aufgegangen ist und der nun beobachten muss, wie das Ritual seinen Sinn verliert. Die gro en Fragen werden hier nicht laut gestellt, sondern in kleinen, prazisen Gesten verborgen: in der Art, wie Euphronios das Opfermesser halt, wie er den Rauch des Feuers beobachtet, wie er auf eine Antwort wartet, die nicht kommt. Das Buch ist kein historischer Roman im klassischen Sinne. Es ist eine philosophische Meditation uber Glauben, Zweifel, Tradition und den Mut, weiterzumachen, wenn die Gotter schweigen. Nakamura stellt Fragen, die uber die Antike weit hinausreichen: Was halt uns aufrecht, wenn die Gewissheiten wegbrechen? Was bleibt von einem Leben, das ganz dem Dienst an etwas Hoherem gewidmet war?Ein Buch fur alle, die bereit sind, sich in der Stille gro er Fragen aufzuhalten.
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