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Funf Erzahlungen, funf Schicksale, eine Klinge, die sich jede Hand merkt, die sie je gefuhrt hat - Owen Ashcrofts Debutband "e;Das Schwert von Karkossa"e; entfuhrt in eine dustere Fantasywelt, in der das Bose keine monstrose Gestalt tragt, sondern sich in Gier, Verzweiflung und dem Drang nach Macht zeigt. Im Mittelpunkt steht ein uraltes Schwert, das von Hand zu Hand wandert und uberall, wo es auftaucht, Verderben hinterlasst. Jede der funf Kurzgeschichten beleuchtet einen anderen Trager, eine andere Zeit, einen anderen Ort und doch zieht sich das Schicksal der Klinge wie ein blutroter Faden durch alle Erzahlungen. Soldner, Handler, Kultisten, Spurensucher: Sie alle kommen mit dem Schwert in Beruhrung, und keine Begegnung bleibt folgenlos. Ashcroft schreibt mit einem unerbittlichen, prazisen Stil. Seine Prosa ist lakonisch und dicht, jeder Satz sitzt. Er spart nicht an Atmosphare modrige Katakomben, verrauchte Tavernen, menschenleere Gassen in winterlichen Stadten , ohne dabei ins Schwulstige abzugleiten. Die Welt von Karkossa fuhlt sich gelebt und echt an, ohne dass der Autor seitenweise Exposition notig hatte. Stattdessen enthullt er seine Welt im Vorbeigehen, durch Details, die sich tief ins Gedachtnis brennen. Besonders hervorzuheben ist die Figurenzeichnung: Selbst Nebenfiguren, die nur wenige Absatze uberleben, bleiben als Menschen im Gedachtnis. Dravan, der Soldner der titelgebenden Geschichte, ist kein Held er ist jemand, der gelernt hat zu uberleben, und der genau wei , dass das und Gute selten dasselbe sind. Wer harte, handwerklich starke Fantasy abseits epischer Trilogien sucht, findet hier funf kompromisslose Erzahlungen, die lange nachwirken.
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